Mellendorfer Gymnasiast hospitiert im Europäischen Parlament

Politik zum Anfassen

Für den Zwölftklässler Matti Wißmann vom Gymnasium Mellendorf wurde eine Schulwoche zu einem besonderen Blick hinter die Kulissen der europäischen Politik. Im Rahmen des Erasmus-Projekts der Schule durfte der Schüler mehrere Tage im Büro der Europaabgeordneten Katrin Langensiepen im Europäisches Parlament in Brüssel hospitieren. Schon am ersten Tag bekam der Zwölftklässler eine Orientierungstour durch das riesige Parlamentsgebäude. Anschließend ging es direkt los mit dem Wochenplan des Abgeordnetenbüros – inklusive eigener Aufgabe: Der Mellendorfer Schüler sollte mögliche Gesprächspartner für eine geplante Reise der Abgeordneten recherchieren. „So viel Politik auf einmal – und ich mittendrin“, beschreibt der Gymnasiast seine ersten Eindrücke. In den folgenden Tagen blieb es spannend: Matti schaute beim Dreh einer Videobotschaft zu, verfolgte Gespräche mit Interessenvertretern und Organisationen und konnte mehrere politische Sitzungen miterleben. Besonders beeindruckt hat ihn eine Debatte im Parlament zum Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine, bei der sogar der ukrainische Präsident digital zugeschaltet war. Auch in Ausschusssitzungen durfte der Zwölftklässler hineinschnuppern. Dort ging es unter anderem um Themen wie Verbraucherschutz und Künstliche Intelligenz. „Man merkt schnell, dass im Parlament ständig diskutiert, verhandelt und entschieden wird“, berichtet der Schüler. Manchmal sei es gar nicht so leicht gewesen, allen Fachbegriffen zu folgen – aber genau das habe den Einblick so spannend gemacht. Neben den großen politischen Themen lernte der Mellendorfer auch den Alltag eines Abgeordnetenbüros kennen: Meetings zur Planung von Veranstaltungen, Social-Media-Drehs, Podcastaufnahmen und Gespräche mit verschiedenen Organisationen gehörten ebenso dazu. Und zwischendurch begegnet man im Parlamentsgebäude plötzlich Menschen, die man sonst nur aus Nachrichten oder sozialen Medien kennt. Natürlich blieb auch Zeit, die Stadt Brüssel zu entdecken: Das berühmte Atomium, der kleine, aber sehr bekannte Manneken Pis und belgische Waffeln standen ebenso auf dem Programm wie Spaziergänge durch Parks rund um das Parlament. Schulleiterin Katrin Meinen freut sich über solche Erfahrungen für die Schüler: „Solche Einblicke zeigen, dass Europa nicht weit weg ist, sondern ganz konkret erlebt werden kann. Wenn unsere Schülerinnen und Schüler Politik direkt vor Ort kennenlernen, wird Europa lebendig.“ Das Erasmus-Projekt des Gymnasiums Mellendorf macht genau solche Erfahrungen möglich – und zeigt, dass Politik manchmal näher ist, als man denkt.

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