Austausch mit Herz, Humor und Bahnabenteuer
Ende September hieß es am Gymnasium Mellendorf wieder: Welcome to the Wedemark! Bereits zum dritten Mal besuchten Schüler der Kilkeel High School (KHS) ihre deutschen Austauschpartner. Begleitet wurden die nordirischen Gäste von ihrem Koordinator Michel Pobloth und Lehrerin Shannon Buller. Auf Mellendorfer Seite organisierten Michael Sassenberg und Antje Pobloth den Austausch – ein eingespieltes Team, das bereits den Gegenbesuch in Kilkeel im Juni begleitet hatte. Insgesamt 26 deutsche und nordirische Jugendliche aus den Jahrgängen 9 bis 11 verbrachten die Woche miteinander. Untergebracht waren die Gäste in Wedemärker Familien, die einmal mehr bewiesen, dass norddeutsche Gastfreundschaft und nordirische Lebensfreude hervorragend zusammenpassen. Gleich der erste gemeinsame Ausflug führte mit Unterstützung des Fördervereins in die Autostadt Wolfsburg. Bei einer „Factory Tour“ gab es nicht nur spannende Einblicke in die Automobilproduktion, sondern auch musikalische Unterhaltung: Der nordirische Schüler Riley Morrison sorgte kurzerhand mit einer Gesangseinlage im Tourbus für Stimmung. Fast ebenso eindrucksvoll gestaltete sich die An- und Abreise. Zugausfall, Verspätung, Sprint zum nächsten Gleis und schließlich eine gut gefüllte S-Bahn von Lehrte nach Hannover: Innerhalb eines Tages erhielten die Gäste einen erstaunlich umfassenden Einblick in die Besonderheiten des deutschen Bahnverkehrs. Interkulturelles Lernen findet schließlich nicht nur im Klassenraum statt. Am Wochenende übernahmen die Gastfamilien das Programm. Shopping, Heide Park, Grillparty, Besuche bei Hannover 96 und den Wedemark Scorpions – langweilig wurde es garantiert nicht. Zu Beginn der neuen Woche folgten ein gemeinsamer Fototermin, Einblicke in den deutschen Schulalltag sowie interkulturelle Workshops. Ermöglicht und finanziell unterstützt wurde der Austausch erneut durch UK-German Connection. Ein sportliches Highlight wartete aber auch: Mit Unterstützung der Gemeinde Wedemark ging es in die Mellendorfer Eis-Arena. Während einige Gäste bereits erstaunlich souverän über das Eis glitten, waren andere noch froh über eine helfende Hand ihrer deutschen Austauschpartner. So oder so: Am Ende standen alle auf dem Eis – und die meisten auch wieder auf eigenen Füßen. Zum Abschluss führte eine Exkursion nach Hannover. Nach einem Rundgang zu Sehenswürdigkeiten und beliebten Fotomotiven der Landeshauptstadt besuchte die Gruppe den Norddeutschen Rundfunk am Maschsee. Bei einer englischsprachigen Führung erhielten die Jugendlichen Einblicke in die Arbeit des NDR – Medienbildung einmal ganz praktisch und international. Als am Donnerstag schließlich der Abschied anstand, zeigte sich, wie eng die Gruppe in nur einer Woche zusammengewachsen war. Bei Jugendlichen und Gasteltern flossen einige Tränen – vermutlich der schönste Beweis dafür, dass ein Schüleraustausch weit mehr ist als ein abwechslungsreiches Wochenprogramm. Auch Schulleiterin Katrin Meinen sieht gerade in diesen persönlichen Begegnungen den besonderen Wert des Austauschs: „Unsere Schüler erleben hier ganz unmittelbar, dass Europa nicht nur auf Landkarten oder im Unterricht stattfindet. Wenn aus einem ersten vorsichtigen Kennenlernen echte Freundschaften entstehen und beim Abschied Tränen fließen, dann ist genau das gelungen, was wir uns von internationalem Austausch wünschen.“ Nach inzwischen drei Begegnungen zwischen Mellendorf und Kilkeel steht jedenfalls fest: Aus einem Austausch ist längst eine echte Verbindung geworden.


















