Umweltsprecher des Gymnasiums besuchen den Schüttenhof
Wie wird aus einem Grashalm eigentlich Joghurt? Und warum sind Kühe echte Upcycling-Profis? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Umweltsprecher der Jahrgänge 5 und 6 des Gymnasiums Mellendorf bei ihrem Besuch auf dem Schüttenhof der Familie Hüper in Plumhof nach. Dass Niedersachsen echtes Milchland ist, konnten die Schüler dabei aus nächster Nähe erleben. Auf dem seit rund 300 Jahren familiengeführten Hof leben inzwischen mehr als 600 Milchkühe. Außerdem gehören eine Biogasanlage und große Photovoltaikflächen zum Betrieb – aus dem einst kleinen Bauernhof ist ein moderner Landwirtschaftsbetrieb geworden.

Im Rahmen des BNE-Themas „Nachhaltiger Konsum“ beschäftigten sich die Umweltsprecherinnen und Umweltsprecher mit den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekten der Milchviehhaltung in der Wedemark. Betriebsleiterin Hüper beantwortete geduldig alle Fragen – und davon gab es reichlich. Von der täglichen Milchmenge über die Fütterung bis hin zur Frage, ob Kühe eigentlich Lieblingsplätze haben, blieb kaum ein Thema unbeachtet. Dabei wurde schnell deutlich, dass moderne Landwirtschaft längst nicht mehr nur aus Gummistiefeln und Mistgabeln besteht. Viele Abläufe sind digitalisiert und hoch technisiert. Die Ausscheidungen der Kühe gelangen beispielsweise vollautomatisch in die hofeigene Biogasanlage. Dort entsteht Biogas, das zur Stromerzeugung genutzt wird. Und selbst die dabei entstehende Wärme wird weiterverwendet. Nachhaltigkeit kann also durchaus ziemlich clever sein. Das Herzstück des Betriebs bleibt aber natürlich die Milch. Rund acht Millionen Liter werden auf dem Schüttenhof jedes Jahr produziert. Dass sich daraus durchaus schmackhafte Produkte herstellen lassen, bewiesen die Schüler anschließend selbst: Milchpudding stand zur Verkostung bereit – und erfreute sich deutlich größerer Beliebtheit als die Güllegrube. Besonders beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der Hingabe der Familie Hüper für ihre Tiere. Denn schnell wurde klar: Glückliche Kühe geben mehr Milch. Neben gutem Futter, moderner Stalltechnik und medizinischer Versorgung gehören dazu offenbar auch gelegentliche Streicheleinheiten durch die Betriebsleiterin. So nahmen die Umweltsprecher nicht nur viele neue Erkenntnisse mit zurück an die Schule, sondern auch die beruhigende Gewissheit, dass Kühe offenbar genauso gern gekrault werden wie so mancher Familienhund.


















