„Wie funktioniert eigentlich Schule ohne vie scolaire?“
Wenn plötzlich im Französischunterricht niemand mehr ins Deutsche wechseln kann, wird es spannend. Genau das erlebten jetzt Schüler des 9. Jahrgangs am Gymnasium Mellendorf – und zwar aus bestem Grund: Der Schulleiter der französischen Partnerschule Collège Jacques Cartier war zu Gast und übernahm kurzerhand selbst eine Unterrichtsstunde. Der Besuch fand im Rahmen eines sogenannten Job Shadowings statt. Max Martin, der französische Schulleiter, wollte dabei nicht nur eine deutsche Schule kennenlernen, sondern ganz gezielt das Gymnasium Mellendorf besuchen – eine Schule, die er bislang vor allem aus vielen Erzählungen kannte. Schließlich waren in den vergangenen Jahren immer wieder Schüler aus Mellendorf zu Gast an seiner Schule in Frankreich. Im Mittelpunkt seines Aufenthalts stand deshalb die Frage: Wie wird eigentlich eine deutsche Schule geleitet? Und fast noch wichtiger: Wie funktioniert Schule ohne „vie scolaire“? Denn während in Frankreich die „vie scolaire“ viele organisatorische Aufgaben rund um den Schulalltag übernimmt, läuft in Deutschland vieles ganz anders. Entsprechend groß war das Interesse an Stundenplänen, Vertretungen, Pausenaufsichten, Ganztagsangeboten und den zahlreichen Aufgaben deutscher Schulleitungen. Während seines Aufenthalts führte der Gast zahlreiche Gespräche mit Lehrkräften, der Schulleitung und weiteren Mitarbeitenden der Schule. Auch ein Besuch der benachbarten Realschule stand auf dem Programm. Darüber hinaus hospitierte er in ganz unterschiedlichen Unterrichtsstunden und Arbeitsgemeinschaften – vom klassischen Fachunterricht bis hin zum Schulgarten und dem Makerspace. Selbst eine Verfügungsstunde wurde aufmerksam beobachtet. Natürlich durfte neben Schule auch ein wenig Kultur nicht fehlen. So standen eine Besichtigung Hannovers sowie typisch deutsche Küche auf dem Programm. Besonders in Erinnerung bleiben dürfte dem Gast wohl die kulinarische Kombination aus Spargel und Schnitzel – ein echter interkultureller Höhepunkt. „Der Besuch zeigte einmal mehr, wie lebendig die langjährige Partnerschaft zwischen dem Gymnasium Mellendorf und dem Collège Jacques Cartier ist – und dass man manchmal eine Schule erst richtig versteht, wenn man sie einige Tage selbst erlebt hat.“, so Katja Hauptmeier, die das Programm stellvertretend für die Erasmus-AG der Schule organisierte und begleitete.

















