Mellendorfer Gymnasiast hospitiert im Europäischen Parlament

Politik zum Anfassen – vier Tage am Europäischen Parlament in Brüssel

Während meiner viertägigen Hospitanz im Europäischen Parlament habe ich die Abgeordnete Katrin Langensiepen begleitet und bei ihr viele verschiedene Einblicke in die parlamentarischen Abläufe in Brüssel erhalten. Frau Langensiepen kommt immer erst Montagnachmittag in Brüssel an, deshalb hat mir ihre Assistentin Cindy zunächst die Gebäude gezeigt und ich habe an einer Führung durch den Plenarsaal teilgenommen.

Außerdem habe ich das Team kennengelernt und eine Aufgabe für die Woche bekommen. Ich habe dabei geholfen, für eine Reise Gesprächspartner zu finden, mit denen Frau Langensiepen im Sommer sprechen wird. Der Arbeitsalltag umfasste zum Beispiel die Produktion von Videobotschaften in einem der Tonstudios auf dem Flur eines Stockwerks im Gebäude, sowie die Teilnahme an Gesprächen mit Lobbyisten, bei denen politische Positionen ausgetauscht wurden. Während meiner Hospitanz jährte sich der Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine. An jenem Tag war eine große Sitzung im Plenarsaal, bei der der ukrainische Präsident digital zugeschaltet war. Ich habe diese Debatte digital verfolgt. Neben Social-Media-Drehs gab es auch andere Öffentlichkeitsarbeit. Ich habe z.B. bei einer Podcast-Aufnahme mit Frau Langensiepen dabei sein können.

Ich war auch in einigen Ausschusssitzungen, zu den Themen Verbraucherschutz und Künstliche Intelligenz. Diese Sitzungen fanden überwiegend auf Englisch statt und waren wegen der fachspezifischen Vokabeln nicht immer leicht zu verstehen, jedoch gab es meistens die Möglichkeit, sich das Gesprochene  von einem Dolmetscher übersetzen zu lassen. Das war besonders hilfreich, wenn Abgeordnete auf ihrer Muttersprache gesprochen haben.

Ich war auch bei einem Abendtermin dabei, bei dem wir uns mit „ArbeiterKind“ getroffen haben, die sich damit auseinandersetzen, wie Menschen aus weniger privilegierten Familien der Zugang zu akademischen Berufen erleichtert werden kann. Am letzten Tag meiner Hospitanz verfolgte ich eine Sitzung zum Jugendschutz in sozialen Medien, in der über mögliche Verbote für Kinder debattiert wurde. In diesem Zusammenhang konnte ich das Abstimmungsverfahren beobachten, bei dem in sehr schnellem Tempo abgestimmt wurde, wobei sich die Abgeordneten an den Vorgaben ihrer Fraktionsvorsitzenden orientierten. Am Donnerstag, dem letzten Tag meiner Hospitanz, stand die Wochenplanung für die nächste Woche von Frau Langensiepen an. Sie bleibt nämlich nur bis Donnerstag jede Woche in Brüssel und arbeitet freitags hier in Niedersachsen.

Neben der Hospitanz im Parlament hatte ich auch Zeit, die Stadt Brüssel und Orte wie das Atomium oder den Luxemburger Platz kennenzulernen, der am Donnerstagabend ein bekannter Treffpunkt für parlamentarische Mitarbeiter ist.

Insgesamt hatte ich einen sehr interessanten Einblick in die alltägliche Arbeit im Europäischen Parlament. Ich durfte trotz der kurzen Zeit in sehr viele Bereiche kennenlernen, die von Öffentlichkeitsarbeit hin zu politischen Debatten reichten.

(Matti Wissmann Jg. 12)

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