Einschulungsgottesdienst am Campus W

„Sei mutig und stark!“ – Neue Fünftklässler starten am Campus W ins Abenteuer weiterführende Schule 

Neue Schule, neue Klasse, neue Lehrkräfte – und vermutlich die wichtigste Frage von allen: Wo ist hier eigentlich der richtige Klassenraum? Einen Abend vor ihrem ersten Schultag bekamen die neuen Fünftklässler des Campus W deshalb erst einmal etwas anderes mit auf den Weg: eine ordentliche Portion Mut.

Unter dem Motto „Sei mutig und stark“ wurden die Schüler gemeinsam mit ihren Familien am Donnerstagabend in der St.-Michaelis-Kirche in Bissendorf mit einem ökumenischen Begrüßungsgottesdienst willkommen geheißen. Und während am nächsten Morgen Stundenplan, Klassenlisten und Schulranzen auf die Kinder warteten, ging es an diesem Abend zunächst um die wirklich großen Fragen: Wie schafft man einen Neuanfang? Was hilft, wenn man noch niemanden kennt? Und muss man eigentlich schon am ersten Schultag wissen, wo sich welcher Raum befindet?

Vorbereitet und gestaltet wurde der Gottesdienst gemeinsam von Schülern des Gymnasiums Mellendorf und der Margot Friedländer Gesamtschule. Sie übernahmen Begrüßung, Gebete, Fürbitten und Verabschiedung – und zeigten den Neuankömmlingen damit gleich ganz praktisch: Am Campus W muss nicht immer nur die Lehrkraft vorne stehen.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die biblische Geschichte von Josua. Auch der musste sich auf den Weg ins Unbekannte machen und bekam dafür eine ziemlich klare Ansage mit: „Sei stark und mutig. Fürchte dich nicht und schrecke vor nichts zurück!“ Ein Satz, der erstaunlich gut zu einem Schulwechsel rund 3.000 Jahre später passt.

Denn ein bisschen Mut gehört schon dazu, wenn aus der vertrauten Grundschule plötzlich eine große weiterführende Schule wird. Neue Mitschüler kennenlernen, unbekannte Lehrkräfte ansprechen, sich in neuen Gebäuden zurechtfinden, neue Fächer entdecken – und irgendwann feststellen, dass man den Weg zum Klassenraum tatsächlich ganz ohne Navi findet.

In einem Anspiel und Gespräch wurde die Geschichte Josuas deshalb mit den Erfahrungen rund um die Einschulung verbunden. Dabei wurde schnell deutlich: Mutig zu sein bedeutet nicht, vor nichts Angst zu haben. Manchmal ist es schon ziemlich mutig, sich neben jemanden zu setzen, den man noch nicht kennt, eine Frage zu stellen oder einfach zu sagen: „Komm, wir gehen zusammen.“

„Ein Schulwechsel ist immer ein kleiner Aufbruch ins Unbekannte – mit viel Vorfreude, aber eben auch mit ein bisschen Bauchkribbeln“, stellt die Religionslehrerin Kerstin Oyen-Loerts fest, die den Gottesdienst vorbereitet hat. „Wir möchten den Kindern mitgeben, dass sie am ersten Tag noch nicht alles wissen und können müssen. Sie dürfen fragen, ausprobieren, sich auch einmal verlaufen – und darauf vertrauen, dass viele Menschen da sind, die ihnen weiterhelfen.“

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