Matthias Brandis stellt dem 7. und 8. Jahrgang des Gymnasiums in Mellendorf die bewegte Geschichte seiner Hamburger Familie zur Zeit des Nationalsozialismus vor.
Wie konnte es zum Holocaust kommen? Wie und warum wurden jüdisch-deutsche Familien im Zeitraum von 1933-1945 zu Feinden des Deutschen Reiches erklärt? Und: Welche Wege nahmen solche Familien im Kontext der deutsch-nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik?
Das alles sind schwierige Fragen, denen sich Schüler und Schülerinnen lehrplanmäßig erst in Jahrgang 10 im Geschichtsunterricht widmen. Am Gymnasium Mellendorf wurde die Auseinandersetzung mit der verbrecherischen NS-Geschichte nun bereits früher angebahnt. Mit Dr. Matthias Brandis (*1939 in Hamburg), einem emeritierten Professor für Kinderheilkunde an der Universität Freiburg, war ein Vortragsgast geladen, der einer jüdisch-deutschen Hamburger Familie entstammt und anhand seiner Erfahrungen und Erzählungen zeigen konnte, wie drastisch und zeitgleich unterschiedlich jüdische Familien in der nationalsozialistischen Diktatur leiden mussten. Brandis, der bereits zwei familienbiographische Monographien zum Thema verfasst hat, erzählte von Familienmitgliedern, die in Theresienstadt den Tod fanden, Verwandten, die es in den 1930er Jahren schafften, ins Ausland zu fliehen und seiner Kernfamilie, die verborgen auf dem Land die Schreckenszeit im Deutschen Reich überstand.

Der berührende Vortrag machte den für Lernende immer weiter in die Ferne rückenden Vorgang des Holocaust greifbar und führte zu vielen intelligenten Nachfragen seitens der Mellendorfer Schülerinnen und Schüler. Matthias Brandis nahm sich für die Beantwortung viel Zeit und erhielt am Ende lange währenden Applaus.

















