Präventionswoche am GM

Lernen fürs Leben – mit Gummistiefeln, Bouldergriffen und Medienkompetenz

Eine Woche ohne klassischen Stundenplan – und trotzdem voller Lernen: Am Gymnasium Mellendorf steht alles im Zeichen der Prävention. Statt Mathebuch und Vokabelheft behandeln die Jahrgänge 5 bis 10 Themen, die im Alltag mindestens genauso wichtig sind wie Gleichungen oder Grammatik: Selbstorganisation, Medienkompetenz, Suchtprävention, Demokratiebildung, Klimabildung – und nicht zuletzt gemeinsam als Klasse zu wachsen. „Prävention wirkt dann am besten, wenn sie nicht belehrend ist, sondern erlebbar wird“, erklärt Jana Sauerbrei, die die Präventionswoche gemeinsam mit anderen Lehrkräften in einer Arbeitsgruppe organisiert und betreut. „Unser Ziel ist es, den Schülern Räume zu geben, in denen sie ausprobieren, reflektieren und Fragen stellen dürfen – ohne Druck, aber mit nachhaltigem Effekt.“ Den jüngsten Schülern im 5. Jahrgang zeigte die Woche unter dem Motto „Ich organisiere mich“, dass Lernen auch an der frischen Luft stattfinden kann. Beim Einsatz im Resser Moor heißt es: Ärmel hochkrempeln, anpacken und Natur schützen. Ergänzt wurde das Programm durch Klassentrainings gegen Mobbing, erste Schritte in der digitalen Schulwelt und Gespräche mit der Polizei über den sicheren Umgang mit sozialen Medien – eine Mischung aus Praxis, Prävention und Teamgeist.

Im 6. Jahrgang steht das soziale Miteinander im Mittelpunkt. Zwischen Cybermobbing-Prävention, Sensibilisierung für den eigenen Sprachgebrauch und einem sportlichen Ausflug aufs Eis wird hoffentlich deutlich: Gemeinschaft entsteht nicht von selbst – man kann sie trainieren. Und ja, Gummitwist erweist sich dabei überraschend effektiv als Team-Booster. „Viele Inhalte greifen ganz bewusst Alltagssituationen auf, die unsere Schülerinnen und Schüler wirklich beschäftigen“, betont Jahrgangsleiterin Anja Dyk. „Ob Stress, Gruppendruck oder der Umgang miteinander – Prävention heißt für uns, Lebenskompetenzen zu stärken, nicht nur Probleme zu benennen.“ „Ich bin stark“ lautet das Motto für Jahrgang 7. Selbstverteidigung, Stressbewältigung und Alkoholprävention zeigen, dass Stärke viele Facetten hat. Beim Klimafrühstück wird sogar der eigene Speiseplan kritisch unter die Lupe genommen – Nachhaltigkeit beginnt eben schon beim Brötchenbelag.

Die Achtklässler stellen sich der Frage „Wer bin ich?“ – und das durchaus wörtlich. Beim Bouldern in Jahrgang 8 geht es hoch hinaus, während Workshops zu Vielfalt, digitalem Umgangston und Alltagsrassismus wichtige gesellschaftliche Perspektiven eröffneten. Hier wird nicht nur geklettert, sondern auch reflektiert. Für den 9. Jahrgang rückt die digitale Welt in den Fokus: Bewerbungstraining, Drogenprävention und Gespräche über Rollenbilder machen deutlich, wie stark virtuelle und reale Lebenswelten miteinander verwoben sind. Historische und gesellschaftliche Bildung ergänzen das Programm um wichtige Perspektiven über den eigenen Horizont hinaus. Die ältesten Teilnehmenden aus Jahrgang 10 üben sich schließlich im Verantwortungsbewusstsein: Erste-Hilfe-Kurse, Verkehrsworkshops und Berufsorientierung zeigen, dass Erwachsenwerden vor allem bedeutet, vorbereitet zu sein – auf Alltag, Entscheidungen und gesellschaftliches Engagement. „Was uns besonders freut, ist die Offenheit der Schüler“, fasst Jana Sauerbrei zusammen. „Viele Gespräche und Workshops wirken über die Woche hinaus – und genau das ist der Kern von Präventionsarbeit.“

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