Vom 19.02. bis zum 27.02.2026 hieß es für 50 Schüler*innen des Gymnasiums Mellendorf: Raus aus dem Klassenzimmer, rauf auf die Piste. 25 Siebtklässler*innen und 25 Schüler*innen des 12. Jahrgangs machten sich gemeinsam mit sechs Lehrkräften auf den Weg nach Südtirol ins Skigebiet Klausberg im Skiworld Ahrntal.



Bereits am ersten Skitag wurden wir mit Neuschnee begrüßt. Die Aufregung war spürbar, als die Skischuhe geschlossen und die ersten Schwünge in den frischen Schnee gesetzt wurden. Für viele Schüler*innen bedeutete dies: erste Erfahrungen in alpinem Gelände, erste Herausforderungen, erste Erfolgserlebnisse. Die fortgeschrittenen 12er hingegen nutzten die idealen Bedingungen, um direkt das gesamte Gebiet zu erkunden – beeindruckende 50 Pistenkilometer kamen so bereits am ersten Tag zusammen. „So einen Start wünscht man sich“, fasste eine Lehrkraft die Stimmung am Abend treffend zusammen.



Der zweite Tag begann mit einer weiteren Portion Neuschnee. Feinster Powderschnee verwandelte die Hänge in ein winterliches Bilderbuch. Nach einer sportlichen Erwärmungseinheit ging es bestens vorbereitet auf die Piste. Nun rückten zunehmend technische Aspekte in den Fokus: Gewichtsverlagerung, eine stabile Position auf dem Ski, ein bewusster und rhythmischer Stockeinsatz. Was theoretisch schnell erklärt ist, verlangt auf der Piste Konzentration, Mut und Durchhaltevermögen. Auch am Sonntag wurde fleißig gearbeitet – mit sichtbarem Erfolg. Je nach Leistungsgruppe kamen bis zu 45 starke Pistenkilometer zusammen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so schnell sicherer werde“, staunte eine Schülerin aus Jahrgang 7.




Tag drei brachte Sonne pur und perfekte Bedingungen. Nach den Schneefällen der Vortage präsentierten sich die Pisten griffig und bestens präpariert. Nun zahlte sich die intensive Arbeit aus: Die Bewegungen wirkten sicherer, die Kurven runder, das Tempo kontrollierter. Besonders beeindruckend war die Entwicklung der Anfängerinnen. Was am ersten Tag noch zaghaft begann, führte nun dazu, dass auch sie im gesamten Skigebiet unterwegs waren und bis zu 30 Pistenkilometer bewältigten. Dieses gemeinsame Wachsen über Jahrgangsgrenzen hinweg machte die besondere Atmosphäre der Fahrt aus. Die älteren Schülerinnen unterstützten, motivierten und gaben Tipps, während die Jüngeren mit Ehrgeiz und Begeisterung nachzogen.



Am vierten Tag zeigte der Berg eine andere Seite. Tatsächlich begleitete uns am Vormittag Regen bis in höhere Lagen. Für manche war das zunächst ungewohnt, doch schnell wurde deutlich: Skifahren ist Natursport. Wetterveränderungen gehören dazu – und genau darin liegt eine wichtige Lernerfahrung. Natur lässt sich nicht planen oder kontrollieren. Sie fordert Anpassungsfähigkeit, Respekt und Achtsamkeit. Diese direkte Erfahrung von Wetter, Klima und alpiner Umgebung wurde zu einer besonderen Form von Umwelterziehung, die weit über theoretisches Wissen hinausgeht. Am Nachmittag dann der versöhnliche Moment: Die Sonne brach durch die Wolken und schenkte uns noch einige strahlende Abfahrten.



Der fünfte Tag bescherte uns schließlich echtes Kaiserwetter. Strahlend blauer Himmel, Sonne pur und beste Pistenverhältnisse sorgten für perfekte Bedingungen. Die Freude darüber war spürbar – und sichtbar auf unserem großen Gruppenfoto, das an diesem Tag entstand. 50 Schüler*innen und sechs Lehrkräfte, vereint durch gemeinsame Erlebnisse, Herausforderungen und unzählige Pistenkilometer. „Man merkt, wie wir als Gruppe zusammengewachsen sind“, sagte ein Schüler aus Jahrgang 12. Tatsächlich war der Teamgeist in jeder Kurve und bei jedem gemeinsamen Abend in der Pension Wiesenhof zu spüren. Dort wurde gelacht, gespielt, reflektiert und neue Energie für den nächsten Skitag gesammelt.

Am sechsten und letzten Skitag verabschiedete sich der Berg noch einmal mit Kaiserwetter. Für den siebten Jahrgang stand eine Skirallye auf dem Programm. Mit viel Einsatz und Begeisterung stellten die Schülerinnen ihr Können unter Beweis. Die Aufgaben forderten Technik, Koordination und Teamarbeit. Parallel dazu absolvierten die Schülerinnen des 12. Jahrgangs ihre praktischen Prüfungen. Konzentriert und souverän zeigten sie, was sie in den vergangenen Tagen trainiert hatten. Die Leistungen konnten sich sehen lassen – ein würdiger Abschluss einer intensiven Woche.



Ob Neuschnee, Powder, Sonnenschein oder Regen – jede Wetterlage hatte ihren eigenen Charakter und ihre eigene Lernerfahrung. Die Schüler*innen entwickelten nicht nur ihre skifahrerischen Fähigkeiten weiter, sondern auch Ausdauer, Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Unterstützung. Immer wieder war zu beobachten, wie selbstverständlich geholfen wurde – beim Anschnallen der Skischuhe, beim Aufstehen nach einem Sturz oder beim motivierenden Zuruf am Pistenrand. Ganz nach dem Motto: Wer nicht stürzt, fährt nicht am Limit – und wer gemeinsam fährt, lernt voneinander.



Am Ende stand vor allem eines: Erleichterung und Dankbarkeit, dass alle gesund vom Berg zurückkehrten. 957 Kilometer lagen noch vor uns, als wir uns von der Pension Wiesenhof verabschiedeten und die Heimreise nach Mellendorf antraten. Müde, aber erfüllt von Eindrücken, Gesprächen und unzähligen Erinnerungen.
Diese Skifahrt hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll außerschulische Lernorte sind. Sport, Naturerfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Gemeinschaft greifen hier ineinander. Für viele wird diese Woche im Skiworld Ahrntal unvergessen bleiben – als Zeit, in der Grenzen verschoben, Freundschaften vertieft und neue Fähigkeiten entdeckt wurden.

















