Wer kennt es nicht? Verschrieben? Papier zerknüllt oder zerrissen und weggeschmissen? Papier verloren? Papierflieger oder Papierkügelchen gebastelt? Ein paar Minuten Spaß und dann in den Müll damit? Zu viele Kopien gemacht? Layout falsch – nochmal ausdrucken?

Der Papierverbrauch in Schulen ist enorm hoch. Im letzten Schuljahr (18/19) wurden am Gymnasium Mellendorf ca. 800.000 Blatt Papier durch die Drucker und Kopierer gejagt. Hinzu kommen die Schulhefte und College-Blöcke der Schülerinnen und Schüler. Papier gehört zu unser aller Alltag. Die haptische Erfahrung des Schreibens auf Papier und des Lesens eines Textes, den man unterstreichen und mit Notizen versehen kann, ist wichtig. Jedoch haben wir uns am Anfang dieses Schuljahres dazu entschlossen, Recyclingpapier einzuführen. Warum das so sinnvoll ist, zeigen folgende Fakten:

Jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt pro Jahr 241,7kg (Stand 2018). Deutschland liegt also innerhalb der G20 beim rechnerischen Pro-Kopf-Verbrauch an Papier, Pappe und Karton auf Platz 1. Das ist besonders erstaunlich und erschreckend, da Deutschland weltweit als Vorbild in Sachen Altpapierrecycling gilt und einen hohen Einsatz an Altpapier in der Papierproduktion zu verzeichnen hat. Es wird allerdings vorwiegend exportiert, während fast 80% des Zellstoffs zur Papierherstellung importiert wird. Damit sind wir maßgeblich für die Auswirkungen auf das Ökosystem in den Herkunftsländern (wie z.B. Brasilien) mitverantwortlich.

Jeder fünfte Baum, der auf dieser Welt gefällt wird, landet in der Papierherstellung. Wie jeder weiß, sind Wälder essenziell für die Stabilisierung des Erdklimas und den Erhalt von ca. zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten, die dort beheimatet sind.  Ein bewusster Umgang mit Papier ist also direkter Wald- und Klimaschutz.

Gegenüber Primärfaserpapier spart Recyclingpapier bis zu 60 % Energie und bis zu 70 % Wasser und verursacht deutlich weniger CO 2. Wer beim Kauf von einem Paket Papier mit 500 Blatt (2,5 Kilo) zu Recyclingqualität greift, spart 5,5 Kilo Holz. Das heißt, wir haben in diesem Schuljahr durch den überwiegenden Einsatz von Recyclingpapier ca. 8800 kg Holz eingespart, was wiederum bedeutet, dass wir ca. 20 ausgewachsene Bäume (à 440 kg) vor dem Schicksal der Papierproduktion bewahren. Außerdem hat der situationsbedingte digitale Unterricht zu einer Reduktion unseres Papierverbrauchs beigetragen.

Das ist ein Anfang. Folgende praktische Tipps können dafür sorgen, dass der behutsame Umgang mit Papier sich langfristig verbessert, wir unsere wertvollen Ressourcen schonen und so verstärkt für Wald- und Klimaschutz sorgen.

 

Praktische Tipps:

  • Recyclingpapier (auch Schulhefte!) mit dem Siegel „Blauer Engel“ nutzen (garantiert 100% Altpapier)
  • Müll in Papier, Wertstoffe, Glas, Biomüll, Restmüll, spezieller Müll trennen
  • unerwünschte Kataloge, Prospekte und Zeitschriften abbestellen
  • die Duplexfunktion am Drucker/Kopierer nutzen, um doppelseitig zu drucken/kopieren
  • Ausgabeformat verkleinern, z.B. zwei Seiten auf einer drucken/kopieren, sofern es dennoch gut lesbar ist
  • die Rückseite von Fehlkopien für Probeausdrucke oder Notizen nutzen
  • nur recyceltes Hygienepapier verwenden
  • Informationen und Einladungen per E-Mail verbreiten
  • durch dieDigitalisierung von Dokumenten und Scan ­to­ E­-Mail Papier und Archivraum sparen
  • mit einer Green Printing Software leere Seiten und unnötige Infos aus der zu druckenden Datei entfernen

 

Quellen und weitere Informationsmöglichkeiten zum Thema:

Nadine Schwarz