Englisch-Leistungskurse bringen „Macbeth“ auf die Bühne
„Fair is foul, and foul is fair“ – spätestens nach diesem Abend wussten die rund 150 Zuschauerinnen und Zuschauer im Forum des Gymnasiums Mellendorf: Shakespeare kann auch heute noch fesseln. Mit William Shakespeares Tragödie „Macbeth“ wagten sich die Englisch-Leistungskurse des 12. Jahrgangs an einen echten Klassiker der Weltliteratur – und bewiesen eindrucksvoll, dass Shakespeare keineswegs verstaubt sein muss. Unter der Regie von Florian Otte und Wakleite Frank entstand eine Inszenierung, die düster, spannend und stellenweise überraschend modern wirkte. Hexen mit rätselhaften Prophezeiungen, ein König mit kurzer Amtszeit, ein ehrgeiziges Ehepaar mit folgenschweren Entscheidungen und jede Menge Machtkämpfe – eigentlich der perfekte Stoff für einen spannenden Theaterabend. Das Publikum ließ sich von der geheimnisvollen Atmosphäre sofort mitreißen. Besonders eindrucksvoll gelang dies durch das kreative Zusammenspiel aus klassischem Schauspiel und Schattentheater. Zusammen mit den historischen Kostümen, dem stimmungsvollen Bühnenbild sowie einer gelungenen Licht- und Tontechnik entstand eine Atmosphäre, die das Publikum zeitweise den Atem anhalten ließ. In den Hauptrollen überzeugten Finn Schreck als Macbeth und Clara Koziolek als Lady Macbeth.

Mit großer Spielfreude und viel Ausdruck machten sie den inneren Konflikt ihrer Figuren ebenso glaubwürdig wie den zunehmenden Machtkampf. Auch das gesamte Ensemble zeigte, wie viel Talent, Teamgeist und Engagement in den Schülerinnen und Schülern steckt. „Shakespeare aufzuführen ist immer eine Herausforderung. Umso mehr freut es mich, mit wie viel Leidenschaft unsere Schüler den Stoff auf die Bühne gebracht und das Publikum begeistert haben“, sagte Englischlehrkraft Florian Otte nach der Aufführung. Am Ende gab es lang anhaltenden Applaus und Standing Ovations – ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die intensive Probenarbeit gelohnt hatte. Ganz nebenbei bewiesen die Schüler auch, dass Shakespeare keineswegs nur etwas für den Englischunterricht ist, sondern auf der Bühne lebendig wird. Und weil selbst Tragödien manchmal ein Happy End haben, diente der Abend zugleich einem guten Zweck: Im Anschluss wurden Spenden für die Abikasse des 12. Jahrgangs gesammelt. Bleibt am Ende nur eine Frage offen: Wer nach dieser Aufführung immer noch glaubt, Shakespeare sei langweilig, war vermutlich bei den Hexen kurz in die falsche Zukunft geraten.

















