„Achtung Auto!“

Fünftklässler lernen Bremswege, Reaktionszeiten und jede Menge fürs Leben

Warum kann ein Auto nicht sofort stehen bleiben? Und warum reicht es nicht, erst im letzten Moment zu reagieren? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich jetzt alle 151 Schüler des 5. Jahrgangs des Gymnasiums Mellendorf bei der ADAC-Aktion „Achtung Auto!“. Auf dem Parkplatz an der Gislaved-Sporthalle wurde dabei nicht nur theoretisch über Verkehrssicherheit gesprochen. Die Fünftklässler mussten selbst aktiv werden: laufen, stoppen, schätzen, rechnen und ausprobieren. Schnell wurde deutlich, dass selbst der eigene Körper nicht auf Knopfdruck bremsen kann. Noch spannender wurde es, als die Erkenntnisse auf den Straßenverkehr übertragen wurden. Wie lang ist eigentlich der Bremsweg eines Autos bei 30 km/h? Was passiert, wenn eine Autofahrerin erst verspätet reagiert? Und warum kann schon eine kurze Ablenkung gefährlich werden? Die Antworten darauf erfuhren die Schüler nicht aus dem Lehrbuch, sondern durch eigenes Erleben. Besonders eindrucksvoll war für viele die Demonstration mit dem ADAC-Fahrzeug. Mutige Freiwillige durften – selbstverständlich angeschnallt – bei einer Vollbremsung im Auto sitzen und am eigenen Körper erfahren, welche Kräfte dabei wirken. „Viele Kinder sind täglich als Fußgänger oder Radfahrer im Straßenverkehr unterwegs. Umso wichtiger ist es, dass sie die Zusammenhänge zwischen Reaktionszeit, Bremsweg und Anhalteweg nicht nur kennen, sondern wirklich erleben“, erklärt Dirk Kießling, Mobilitätsbeauftragter des Gymnasiums Mellendorf, der die Aktion erneut organisiert hat. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass Verkehrserziehung weit mehr ist als das Auswendiglernen von Regeln. Aufmerksamkeit, Konzentration und das richtige Einschätzen von Gefahrensituationen spielen eine entscheidende Rolle. „Unsere Schüler waren mit großer Begeisterung dabei. Gerade die praktischen Übungen sorgen oft für echte Aha-Momente“, berichtet Kießling. „Viele stellen überrascht fest, wie lang selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten der Anhalteweg eines Autos sein kann.“ Das Gymnasium Mellendorf arbeitet seit vielen Jahren mit dem ADAC zusammen und nutzt solche Angebote gezielt, um die Verkehrssicherheit der jüngeren Schülerinnen und Schüler zu stärken. „Verkehrserziehung ist ein wichtiger Baustein unserer pädagogischen Arbeit. Viele unserer Schüler legen ihren Schulweg selbstständig zurück – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus. Umso wichtiger ist es, nicht nur für uns, dass sie Gefahren realistisch einschätzen können. Die Aktion des ADAC vermittelt genau das auf eine Weise, die nachhaltig im Gedächtnis bleibt“, betont Schulleiterin Katrin Meinen, „deshalb steht für uns schon jetzt fest: Auch der nächste 5. Jahrgang wird wieder an der ADAC-Aktion teilnehmen.“

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