Von Trachten bis Töpfern

Schulgarten-AG des Gymnasiums Mellendorf entdeckt Europa in Rumänien

Was haben traditionelle Trachten, Töpferkunst, nachhaltige Häuser und Blumenbeete gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel – für die Schulgarten-AG des Gymnasiums Mellendorf jedoch eine ganze Menge. Gemeinsam mit Jugendlichen aus Rumänien und Frankreich begaben sich die Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 im Rahmen eines Erasmus+-Projekts am I.Gh. Duca Gymnasium in Râmnicu Vâlcea auf die Suche nach dem „gemeinsamen Faden der europäischen Identität“. Schon der Empfang ließ keinen Zweifel daran, dass die Gäste aus Deutschland herzlich willkommen waren. In traditioneller Kleidung begrüßten rumänische Schüler und Lehrkräfte die Gruppe mit einem kleinen Konzert aus rumänischen, deutschen und englischen Liedern. Anschließend wurde die Schule erkundet und schnell festgestellt: Auch in Rumänien gibt es Hausaufgaben, Pausenhöfe und Schüler, die sich auf die Ferien freuen. Besonders kreativ wurde es bei der Beschäftigung mit rumänischen Traditionen. Die Jugendlichen lernten nicht nur traditionelle Trachten kennen, sondern gestalteten auch eigene Motive und versuchten sich an der Töpferkunst. Dabei entstanden zahlreiche kleine Kunstwerke – und die Erkenntnis, dass Ton nicht immer nur das macht, was man selbst geplant hat. Als Schulgarten-AG durfte natürlich auch die Natur nicht zu kurz kommen. Gemeinsam wurde untersucht, was in Rumänien wächst, blüht und grünt und welche Pflanzen auch in Deutschland heimisch sind. Schnell zeigte sich: Blumen sprechen zwar keine Sprache, fühlen sich aber offenbar in ganz Europa wohl. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch eines Museumsdorfes. Dort gingen Schüler der Frage nach, wie nachhaltig die Menschen früher gebaut und gelebt haben. Erstaunt stellten viele fest, dass manche Ideen der Vergangenheit heute moderner wirken als so manches Smart Home. Im Mittelpunkt des Projekts stand jedoch vor allem der Austausch mit den Jugendlichen aus Rumänien und Frankreich. Sprachliche Hürden wurden dabei schnell überwunden – manchmal mit Englisch, manchmal mit Händen und Füßen und oft einfach mit einem Lächeln. Schulleiterin Katrin Meinen freut sich über die Erfahrungen der Schüler: „Europa besteht nicht nur aus Sternen auf einer Flagge, sondern vor allem aus Begegnungen. Solche Projekte zeigen, wie viel wir voneinander lernen können.“

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