Da das Gymnasium Mellendorf seit 2019 Erasmus-Schule ist, hatte auch ich als stellvertretende Schulleiterin die Möglichkeit, vom Erasmus-Projekt bzw. dem Förderprogramm zu profitieren. Einzige Vorgabe bei der Auswahl einer förderwürdigen Mobilität ist gewesen, dass meine Fortbildung eine OID-Nummer aufweisen kann. Fortbildungen habe ich in den vergangenen Jahren zum Thema Digitalisierung genügend besucht und auch meine Englischkenntnisse sind durch das Lernen mit einer Sprachenapp in den letzten Monaten deutlich besser geworden, also fiel die Auswahl auf einen Französischkurs.

Der Anbieter DIALOG aus Freiburg wurde mir empfohlen. Mit Hilfe einer kompetenten Ansprechpartnerin, die mir die Sprachschule in Straßburg vermittelte, musste ich mich nur noch um alle Formalitäten kümmern: Wo sollte ich übernachten? Wie reise ich an und wie wieder ab? Benötige ich eine Arbeitserlaubnis für das Ausland? Glücklicherweise gibt es heutzutage Sprachenapps, mit denen ich mein Schulfranzösisch nach mehr als 20 Jahren „Übepause“ wieder auffrischen konnte.

Anfang August war es dann so weit, ich stieg in den ICE Richtung Basel und kam nach gut 4 Stunden Fahrtzeit im tropisch warmen Straßburg an. In fußläufiger Nähe zur Sprachschule und zum Stadtzentrum befand sich mein Hotel, sodass ich sowohl den Schulweg als auch die Erkundigungen in der Stadt hauptsächlich ohne öffentliche Verkehrsmittel zurücklegen konnte. Gemeinsam mit elf Mitschüler*innen aus Österreich, Deutschland, Kroatien, Japan, Italien, China und den USA nahm ich 10 Tage am B1-Kurs im Ciel in Straßburg teil. Das CIEL ist eine internationale Sprachschule für Französisch, dort werden u. a. Intensivkurse oder auch Kurse für Wirtschaftsfranzösisch angeboten.  Sie befindet sich im Schulungszentrum der Industrie- und Handelskammer und bietet ausgezeichnete Möglichkeiten, dort gemeinsam zu lernen. Während des Unterrichts, der sowohl am Vormittag, als teilweise auch am Nachmittag stattgefunden hat, wurde ausschließlich Französisch gesprochen. Anhand von Videoclips, Musik, Hörbeispielen, Grammatikübungen, Zeitungsausschnitten und Konversationsübungen fiel das Französischlernen gar nicht schwer. Nach wenigen Tagen bereiteten der Einkauf im benachbarten Supermarkt oder auch die Kartenbestellungen in diversen Straßburger Sehenswürdigkeiten keine Probleme mehr. Ein besonderes Highlight war der Ausflug ins Elsass, unweit von Straßburg konnte ich am schulfreien Wochenende sowohl die „Haut-Koenigsbourg“ bei Orschwiller als auch die pittoresken Städte Riquewihr, Kaysersberg und Colmar besichtigten und deren besonderes französisches Flair kennenlernen.

Am vorletzten Tag besichtigte ich als Abschluss mit einigen meiner Mitschüler*innen den Europarat in Straßburg und konnte dort in der englischsprachigen Führung erfahren, wie wichtig das europäische Miteinander aller Länder (nicht nur in Zeiten des Ukraine-Krieges) ist.

Ich bin mir sicher – unabhängig vom Erasmus-Förderprogramm – wird die Sprachreise ins benachbarte Ausland nicht meine letzte gewesen sein.

Franziska Jaap im September 2022